Oct 6 2011

Marathon vs. Flummi-Open

Der Joe, der muss verrückt sein. Über Umwege habe ich erfahren, dass ich und meine Leute am Streckenrand beim Köln-Marathon den ganzen Tag über von einem Läufer begleitet wurden, der den Spieß einfach umgedreht hat. Nicht er wurde pausenlos fotografiert. Er hat selbst pausenlos Fotos gemacht. Und damit das Publikum, die tolle teils historische Laufstrecke quer durch Köln festgehalten und erklärt und nicht nur das. Joe muss wirklich verrückt sein. Denn er ist nicht nur 21 Kilometer gelaufen, auch nicht “nur” den Marathon, er hat gleich beide Wettbewerbe mitgenommen und damit 63 Kilometer zurück gelegt. Nerven muss man haben…

Joe läuft 63 km

Joe läuft 63 km

Wem Marathon selbst beim Ansehen übrigens zu anstrengend ist – es gibt ja auch noch anderen “Sport”. Am gleichen Wochenende, als wir uns gequält, ausgeschwitzt und selbst bewiesen haben, war Flummi-Open. Ja, Flummi. Ganz entspannt bunten Punkten zugucken.

Bunte Punkte

Bunte Punkte

Mehr zur neuen Konkurrenz des Schachbretts gibt´s unter Flummiopen. Viel Spaß!


Oct 5 2011

Kitelandboarding

Vom Kitesurfen habe ich ja schon einiges erzählt. Von meinem Selbstversuch im Kitelandboarding noch nicht soviel. Das ändere ich heute. Schließlich habe ich Blut geleckt und eine neue, geniale Sportart entdeckt, die ich nach meinem erfolgreich absolvierten Marathon ab sofort ausüben werde – zumindest immer dann, wenn ich es nicht bis nach Holland oder sonstwo ans Meer schaffe, um auf dem Wasser kiten zu gehen.

Ich habe vor einiger Zeit ein kleines Probetraining bekommen – und zwar von einem Vollprofi. Emmanuel Norman ist Deutscher Vizemeister im Kitelandboarden und gerade Erster beim KLB-Open Berlin 2011 geworden. Wenn einer mir zeigen konnte, wie das geht, dann er. Zusammen waren wir bei 15-20 Knoten auf dem Segelflugplatz in Wanlo bei Mönchengladbach. Und ich hatte direkt soviel Spaß, dass ich mir einen Tag später einen eigenen Softkite und auf Juist nun endlich auch ein Mountainboard gekauft habe. Jetzt muss nur noch herbstlicher Wind aufkommen und dann geht´s rund. Laufen gehe ich natürlich weiterhin (mein Muskelkater zieht sich langsam zurück. Nur mein Fuß muckt noch ein bisschen rum…). Aber eine sportliche Alternative hat ja noch niemandem geschadet.


Oct 4 2011

Betonbeine

Wie sagt man so schön – der Muskelkater kommt am zweiten Tag nach dem Sport? Das kann ich jetzt ohne jeglichen Zweifel bestätigen. Trotz Badewanne, Schongang und sogar leichter Bewegungstherapie gestern (radeln zum Park und chillen in der Sonne) fühlen sich meine Oberschenkel heute an wie Betonklötze. Sobald sie einmal in Bewegung sind geht´s sogar. Aber erst einmal in Gang zu kommen, alter Schwede. Gut, dass ich heute vor allem sitzend arbeite. So kann ich nebenbei in Ruhe essen, um meinen andauernden Hunger zu stillen, zwischendurch einen Blick auf meine Medaille werden, die in der Nähe meines Schreibtisches hängt und zur Entspannung meine neuesten Marathonbilder durchklicken. Los geht´s ganz entspannt vor dem Start, weiter geht´s abgekämpft während des Laufs und happy im Ziel.

Vor dem Start

Vor dem Start

Ich habe mir die Bilder eben online bestellt. Und ich habe übrigens gerade erst realisiert, dass ich meinen Mika-Time-Chip gar nicht abgegeben habe. Ich besitze jetzt also einen eigenen und kann weiterhin Wettbewerbe laufen. Aber auch wenn´s mir kleiner glaubt – ich werd´s bei Brücken-, Nachtläufen und Halbmarathons belassen. Ich schwöre!


Oct 3 2011

GESCHAFFT!

Über 7000 Marathonläuferinnen und Läufer. Und ich war mitten drin! Ich habe tatsächlich mein großes Ziel erreicht. 42,195 Kilometer in 4:40:23h. Ich bin so überglücklich, dass mir noch jedes Mal, wenn ich nur ans Ziel denke, die Tränen in die Augen steigen.

Finisher

Finisher

Mit einer durchschnittlichen Zeit von rund 7min pro Kilometer bin ich auf Platz 719 der Frauen und 119 meiner Altersklasse gekommen. Insgesamt bin ich auf Rang 4197. Und vollkommen zufrieden.

Meine 1.Marathon-Urkunde

Meine 1.Marathon-Urkunde

Allerdings hätte ich es ohne die grandiose Unterstützung von Ingrid nicht geschafft. Wir sind die gesamte Distanz zusammen gelaufen. Geplant war eigentlich nur, dass wir uns im Start sehen. Danach wollten wir spontan entscheiden, ob und wie lange wir zusammen laufen. Aber irgendwie haben wir uns super eingespielt, sämtliche Verpflegung geteilt und uns gegenseitig motiviert. Wir haben an jedem Versorgungsstand eine Mini-Gehpause eingelegt, um kurz in Ruhe zu essen und trinken – bei der Hitze sicher unsere Rettung. Wir waren wirklich verhältnismäßig fit. Der Mann mit dem Hammer kam auch nicht so richtig. Klar wurd´s ab Kilometer 35 sauschwer, aber einen richtigen Schlag auf den Hinterkopf habe ich eigentlich nicht verspürt. Vielleicht, weil wir von Anfang an Bananen, Powergel und Riegel gegessen haben, Ingrids Wasserfläschen leergetrunken und wieder neu aufgefüllt haben und unsere Leute am Streckenrand uns immer Flaschen angereicht haben.

Geteiltes Leid ist halbes Leid

Geteiltes Leid ist halbes Leid

Mein "Ruhepuls" vor dem Start

Mein "Ruhepuls" vor dem Start

Menschenauflauf am Start

Menschenauflauf am Start

Die Treffen haben übrigens super geklappt. Mit meinen Leuten. Zum Glück! Denn – leider – sind erstens die SMS mit meinen Zwischenzeit nicht einmal bei Nadine angekommen und zweitens war jubelmäßig allgemein gar nicht soviel los in der gesamten Stadt. Ohne die Unterstützung von Euch da draußen hätte ich das niemals geschafft! Bis auf ein paar Hotspots am Rudolfplatz und natürlich am Dom war es wirklich super leer. In den Medien heißt es, es waren 500.000 Zuschauer da. Ich bezweifel das ehrlich gesagt. Dadurch wurden manche Abschnitte wirklich hart. Vor allem Richtung Niehl und Riehl im Kölner Norden, den Rhein aufwärts, und ganz im Süden am Rhein entlang, in Bayenthal war wirklich nichts los, die Sonne brannte wie ein Feuerball direkt auf die Straße und unsere Köpfe und ohne die paar wenigen Leute am Rand und die Familie auf ihrem Balkon, die mit einem Gartenschlauch kaltes Wasser auf uns plätschern ließ, wäre schon die erste Hälfte fast eine Katastrophe geworden. Ich hatte schon vor Kilometer 12 unheimlich schwere Beine. Dabei habe ich gut geschlafen, gut gefrühstückt und bis auf meine leichte Zerrung im hinteren Oberschenkel auch guter Dinge.

Auf dem Weg nach Köln Deutz

Auf dem Weg nach Köln Deutz

Beim Halbmarathon in Bonn habe ich es bis Kilometer 18 wirklich als leicht empfunden. In Köln gestern war schon der Anfang schwer. Keine Ahnung warum. Aber nach der ersten langen Schleife standen dann an km12 das erste Mal meine Leute, die mir unheimlich geholfen haben! Auch wenn man sich eigentlich nur total kurz sieht und eigentlich nur das Jubeln wahrnimmt – diese Sekunden des Treffens geben enorme Kraft!

Mein Papa ist auch direkt ein paar hundert Meter mitgelaufen, hat sich nach unserem Befinden erkundigt und nochmal Mut gemacht. Und dann ging´s weiter und weiter und weiter. Übrigens tatsächlich ohne Musik. Meine aufwendig erstellte Playlist kam nicht einmal zum Einsatz. Trotz fehlender Stimmung am Streckenrand. Ingrid und ich waren uns genug Motivation.

Ingrid und ich im schattigen Tunnel

Ingrid und ich im schattigen Tunnel

Und nach der entscheidenden fast ersten Hälfte kam die Motivation in Form von Jubel und einer La-Ola wieder vom Straßenrand.

Und dann hieß es eigentlich auch schon kämpfen. Die Hitze war wirklich eine zusätzliche Herausforderung. Nach und nach sind neben uns und um uns herum immer mehr Läufer gegangen und teilweise sogar ausgestiegen. Für uns noch ein Grund mehr, viel zu trinken und es nicht zu übertreiben. Aber auch ohne Affenzahn – ab Kilometer 34 wurd´s richtig schwer. Meine Beine waren schwer wie Beton. Zum Glück hatten wir in dieser Ecke einen nächsten Treffpunkt. Diesmal mit dabei ein paar gut aussehende, halbnackte Männer, die lauter waren als alle Leute am gesamten Streckenrand zusammen.

Vereinte Men-Power

Vereinte Men-Power

Sowas tut so gut! Danke, Jungs! Danke, euch allen! Danke Nadine! Denn kurz vor diesem Treffen ist Nadine mit eingestiegen und ein paar Kilometer mitgelaufen. Sie hat mich gezogen, motiviert, gut zugesprochen. Die halbe Medaille gehört auf jeden Fall ihr. Die gesamte Vorbereitung hat sie mich unterstützt, mir den Kopf zurecht gerückt, wenn ich es vielleicht fast übertrieben hätte und mich beruhigt, als ich erkältet eine Woche nicht laufen konnte und mich den Vorbereitungsdruck auch mal vergessen lassen. Danke, Nadine!!! Du bist die Beste!

Nadine und ich

Nadine und ich

Und dann hieß es Endspurt. Hart, aber einmalig. Und dann ging´s um die letzte Kurve, am Dom vorbei und geradewegs Richtung Ziel!

Ich hab´s wirklich geschafft. Bis auf die vermutlichen üblichen Wehwechen nach einer solchen Strecke geht es mir fabelhaft. Ich bin überglücklich und bin froh, dass ich so tolle Unterstützung bekommen habe!

Leuchtendes Signal am Streckenrand

Leuchtendes Signal am Streckenrand

Mama im Einsatz

Mama im Einsatz

Danke, Mama und Papa, danke Nadine und Martin, danke Ingrid, danke Steffi, Janina, Antje, Sandra, Nina, Sarah, Laura, Marcel, Hendrik, Kristina, Ole, Timo, danke danke danke an alle, die mir gemailt haben, mir Glück gewünscht haben und in Gedanken dabei waren!

Die gehört uns allen!

Die gehört uns allen!

Schmerz geht…

Gemeinsam stark. DANKE!

Gemeinsam stark. DANKE!

… Stolz bleibt!


Oct 2 2011

Noch 3,5 Stunden

Heute ist es also soweit!? Ich kann´s noch gar nicht glauben! Und ich bin verhältnismäßig ruhig. Noch…

Angstschweiß und Zähneklappern

Angstschweiß und Zähneklappern

Gestern habe ich soweit alles vorbereitet, noch mit meinen Leuten telefoniert, um alles zu besprechen und dann habe ich mich in meine Ersatz-Laufsachen geschmissen (die anderen Sachen für heute lagen ja schon feinsäuberlich auf der Couch bereit) und bin noch eine halbe Stunde ganz locker laufen gegangen. Dabei habe ich leider festgestellt, dass ich vom Handstandüben am Strand, von Mittwoch, eine leichte Zerrung im linken, hinteren Oberschenkel habe. Je wärmer ich mich gelaufen habe, desto besser ging´s. Aber ob man das einfach so auf 42,195 Kilometer übertragen kann, da bin ich mir noch unsicher. Ich bin also den restlichen Tag mit Wärmekissen und Sportsalbe rumgelaufen oder habe wahlweise in der Sonne gesessen. Mal sehen, wie sich das Bein heute so verhält. Trotzdem bin ich zuversichtlich. Am Ende tut mir wahrscheinlich eh alles weh. Da kommt´s auf eine schmerzende Stelle mehr oder weniger auch nicht an. Meine Kollegin Ingrid weiß übrigens nicht, ob sie überhaupt richtig weit kommt. Ihre Hüfte macht ihr immer noch Probleme, sie konnte seit Wochen nicht wirklich trainieren. Sie will aber antreten und es probieren. Das nenne ich Einsatz. Und Mut. Denn mittendrin aufzuhören, wenn es nötig werden sollte, finde ich fast noch schlimmer als gar nicht hinzugehen. Viel Glück, Ingrid! Wir schaffen das!

So viele kleine Schritte...

So viele kleine Schritte...

... bis zum Ziel!

... bis zum Ziel!

Den Tag gestern habe ich auf jeden Fall gut rumgekriegt. Meine Eltern sind ja mittags hier eingetrudelt. Und nach einem kleinen Snack sind wir eine Stunde spazieren gegangen, haben uns für ein paar Kaltgetränke noch am völlig belagerten Aachener Weiher niedergelassen, ein paar Freunde getroffen und als die Sonne hinter den Häusern verschwunden ist, der BVB gewonnen und der FC verloren hat, sind wir wieder nach Hause. Es gab Vollkornpasta in Massen und dazu ein bisschen Salat und Kalbsfilet. Ich habe einen riesigen Berg gegessen. Und das nicht, weil ich dachte, ich muss. Sondern weil ich Hunger hatte wie ein Tier. Die letzten drei Tage geht´s mir schon so. Als wüsste mein Körper, was gleich auf ihn zukommt. Deshalb gibt´s gleich noch ein ordentliches Frühstück und dann geht´s auch eigentlich schon los. Mit der Bahn zum Hauptbahnhof und dann zu Fuß über die Hohenzollernbrücke. Da dürfte man vielleicht noch die letzten Halbmarathonis, einige Inliner und ein paar Handbiker sehen. Und dann müssen wir uns auch schon langsam in unsere Startblöcke begeben.

Der Erkennungsbär

Der Erkennungsbär

Übrigens weiß ich mittlerweile auch, wie ich meine Eltern und den restlichen Pulk erkenne. Dürfte ziemlich leicht werden. Meine Mum hat einen riesigen Kuscheltierbären in ein pinkes Shirt gezwängt, einen sonnenhut aufgesetzt, dann bekommt er noch ein Namensschild um den Hals gehängt, und damit der Kerl auch sichtbar ist, sitzt er auf einem ausfahrbaren Besenstiel.
Dazu gibt´s ein paar lila Luftballons. Also das Sichten am Straßenrand sollte heute das geringste Problem darstellen. Das Wetter ebenfalls. Müssen also nur noch meine Muskeln mitmachen. Dann wird alles gut. Ja, ich glaube, ich bin bereit. Oh, sagte ich vorhin, ich bin noch recht ruhig. Ich habe gelogen. Ich bin nervös. Es kommt immer schubweise. Jetzt gerade bin ich ziemlich nervös. Also denn, ab dafür. Wir sehen uns auf der Strecke!


Oct 1 2011

Noch 1,195 Tage

MORGEN IST ES SOWEIT!!! Morgen fällt der Startschuss für den Köln-Marathon und ich werde verrückt vor Freude!

Ich bin orange

Ich bin orange

Schon gestern war der große Tag so nah. Erstens war ich den ersten, ganzen Tag nach dem Juist-Kurztrip wieder in Köln und zweitens ist Köln schon in absoluter Vorbereitung. Als ich mit dem Fahrrad zur Physiotherapie gefahren bin, habe ich auf ein paar Grünstreifen und an diversen Straßenrändern schon die bereit gestellten Absperrungen gesehen. Fein säuberlich aufgestellt warten sie seelenruhig und rot-weiß-gestreift darauf, an ihren vorgesehenen Platz zu wandern und tausende von Marathonis an sich vorbei schleusen zu können. Einer davon werde ich sein.

Rot-weiß und startklar

Straßensperren sind schon startklar

Meine Physiotherapeutin hat mich übrigens gelobt. Mein verspannter Rücken ist gar nicht mehr so ein übler Klotz, nur meine Halswirbelsäule ist noch etwas zubetoniert. Deshalb hat sie mich heute mit so blauen Tapes tapeziert. Lustig, wie die Leute einen mit so einem seltsamen Hautschmuck angucken.

Tape im Nacken

Tape im Nacken

Zumindest auf der Straße. Auf der Marathon Expo in der Köln Messe kam ich mir nicht mehr so komisch vor. Sportler kennen die Tapes einfach schon vom Sehen oder Selbsttragen. In den Messehallen habe ich also eher eine Art Mitleid geerntet. “Die Arme, muss mit Schmerzen laufen”. Manche Blicke gingen auch in Richtung “Das muss ja auch nicht sein, mit körperlichen Beschwerden zu laufen”. Aber Freunde, ich laufe. Im orangenen Block.

Alles schon bereit

Alles schon bereit

Kölner Marathon Expo

Kölner Marathon Expo

Und die Blicke habe ich eh schnell ignoriert. Ich war nämlich völlig Shopping-fixiert. Im Wahn. Wie gemein das aber auch ist. Da stellen die 12.000 Läufern einfach unendlich viele Stände mit Laufbekleidung von Shirts über Mützen und Kompressionsstrümpfen, Zubehör wie Trinkgurte, Sporttaschen und Sonnenbrillen und Nahrungsergänzungsmitteln hin. Ist doch klar, dass wir dort alle einkaufen wie bekloppt, oder?

Kaufrausch vor dem Lauf

Kaufrausch vor dem Lauf

Und wir mussten sogar an den Ständen vorbei. Denn erst ganz am Ende, in der zweiten Etage, ist die Abholung der Startunterlagen. Ich buchstabiere: S-T-A-R-T-U-N-T-E-R-L-A-G-E-N! Ich habe endlich mein persönliches Nummernschild. F2949. Ist es nicht wunderschön?

Ich mag meine Startnummer

Ich mag meine Startnummer

Ich hoffe, mein Name ist groß genug geschrieben, damit mich auch ja alle anfeuern können am Straßenrand. Auch die, die mich nicht kennen. Nur bitte nicht singen! Keine Kostproben von Costa Cordalis, bitte. Einfach nur rufen reicht! Sonst muss ich mir doch meine Musik auf die Ohren machen. Meine Playlist ist auch schon fertig. Nadine hat mir ihren mp3-Player ausgeliehen. Der spielt alle Alben in der unendlich-Schleife. So muss ich nur einmal auf Play drücken und kann mich dann auf die Strecke, statt auf kleine Knöpfe konzentrieren, die ich bei der vorhergesagten Sonne eh nicht sehen kann.

Die Playlist ist fertig

Die Playlist ist fertig

In der Starter-Tüte waren auch noch ein Kölsch-Glas als Sonderedition mit der schematischen Streckenführung auf der Vorderseite. Dazu gab´s kühlende Salbe und ein Schlüsselschweißband sowie zahlreiches Infomaterial. Aber mittlerweile bin ich ganz gut informiert. Und meine Leute auch. Ein paar Telefonate werde ich heute wohl noch führen, aber mittlerweile wissen eigentlich alle, wo wir uns wie treffen wollen und wann ich in etwa plane, wo zu sein.

Zum Glück bitte dort lang

Zum Glück bitte dort lang

Wenn denn alles so klappt, wie ich es mir vorstelle. So ein Marathon ist ja auch ein bisschen wie ein Glücksspiel. Zumindest beim ersten Mal. Da weiß man halt nicht, wieviel Zeit ein kurzer Ausflug Richtung Dixi dauert, wieviel Zeit das Trinken in Anspruch nimmt und wann man wirklich sein eigenes Tempo laufen kann, anstatt nur in einer riesen Traube mitzulaufen, die einen völlig aus dem Konzept bringt. Dazu kommen die ja nahezu tropischen Temperaturen, die für morgen angesagt sind. 24 Grad – am 2.Oktober! Wer hätte das gedacht? Ich denke, ich werde meine Helfer am Straßenrand mit zusätzlichen Getränken ausstatten, die sie mir reichen können. Sie selbst sind ja bestens versorgt, dank der vielen Kölsch-Stände in der ganzen Stadt. Außerdem muss ich immernoch ein wenig Zeitverlust wegen meiner blöden Schwindelgeschichten einplanen. Ich war auf Juist zwar annähernd schwindelfrei, aber kaum bin ich heute morgen in Köln aufgewacht, hat sich wieder alles gedreht. Nur kurz. Aber heftig. Vielleicht hat es ja doch was mit unterbewusstem Druck, mit Stress, mit Aufregung zu tun. Vielleicht war´s das Training. Man weiß es nicht. Ich bin sehr gespannt auf meine Self-Feldstudie in der Woche nach dem Marathon.

Die Wundermatte

Die Wundermatte

Übrigens – nach dem Marathon ist zwar bei mir nicht vor dem Marathon. Aber natürlich werde ich trotzdem weiter Sport machen. Und ich habe vor kurzem etwas entdeckt, das mir die dunkle Herbst-Winterzeit versüßen wird. Ich habe gestern nämlich noch ein bisschen Kräftigungs- und Stabitraining gemacht, mit einer speziell konzipierten Matte namens Flowin. Einmal habe ich die Matte auch schon ausprobiert. Und zwar in Hilden, als Flowin-Trainer Arnd Storkebaum einen Schnupperkurs angeboten hat. Ich habe davon erfahren, mich erkundigt und durfte mitmachen. Und ich muss sagen, ich war fasziniert, wie sehr eine Matte mit ein paar Pads einen so fertig machen kann. Ich hatte drei Tage Muskelkater, habe mich aber irgendwie direkt anders gefühlt. Besser, aufrechter, stärker. Tolles Gefühl.

Im Prinzip macht man auf der Matte mit Hilfe der speziellen Fuß-, Hand- und Kniepads verschiedene, fließende Bewegungen, am besten aufeinanderfolgend, damit man wirklich in den Flow kommt. Es geht um Flißebewegungen, bei denen die Muskeln die ganze Zeit angespannt sind und statisch arbeiten.

Fließbewegungen für die Silhouette

Fließbewegungen für die Silhouette

Das spricht dann nicht, wie beim normalen Krafttraining, nur die äußersten Muskelschichten an, sondern auch die tiefer liegenden Bereiche. So kann man zum Beispiel die Oberschenkelmuskulatur stärken und den gesamten Muskel trainieren, um 100 Prozent der Beinkraft zum Beispiel beim Marathon ausnutzen zu können, ohne dass man aufgepumpt aussieht und übermäßig an Volumen zunimmt. Der Muskel ermüdet also nicht mehr so schnell, weil er auf mehr Masse an Muskelfasern zugreifen kann.

Meine Beine sind also bestens vorbereitet. Und ich werde sie nach dem Marathon weiter mit Flowin verwöhnen, um in Zukunft vielleicht noch etwas mehr Beintiefenkraft für´s Kitesurfen und Kitelandboarden aufzubauen. Außerdem ist Flowin auch perfekt für einen starken Rücken, einen schönen Bauch und einen kräftigen Schultergürtel. Alles Dinge, die wichtig sind für eine aufrechte Haltung, Kraft in der Körpermitte und gut gegen einen verspannten Nacken, weil die Übungen den typischen Alltagsbewegungen entgegenwirken, die wir am Schreibtisch, beim Autofahren, Kochen und Kinderwickeln machen. Hier gilt “Schultern nach hinten, tief und Nase hoch”.

Ganzkörpertraining für Zuhause

Ganzkörpertraining für Zuhause

Um meine Beine für morgen schön geschmeidig zu halten, werde ich gleich noch eine kleine Runde durch den Park traben. Fünf Kilometerchen, ganz relaxt und nur, um nochmal einen aktuellen Temperatur-Check zu machen und meine Beine auf die Uhrzeit einzustellen. Und dann kommen auch schon meine Eltern. Wir gehen später noch eine Runde spazieren, wollen heute Abend lecker Pasta essen und nochmal Energie tanken und dann bricht die letzte Nacht vor dem großen Tag an. Ich werde später natürlich auch noch ein tausendstes Mal meine Tasche checken, ob alles, was ich mitnehmen will, auch wirklich drin ist. Meine Klamotten rauslegen und dann einfach nur noch versuchen ruhig zu bleiben. Ja, ich denke es kann losgehen. Puh, joa, doch, langsam will ich los. Ich will endlich erleben, wie es ist, einen Marathon zu laufen. Und ich will´s auch ein bisschen einfach hinter mir haben. Ich will, dass jetzt morgen ist. Ich hoffe, dass ich halbwegs gut schlafen kann heute Abend. Mehr als gut essen und gut schlafen kann ich jetzt nämlich nicht mehr machen. Das Training ist abgeschlossen. Eine wirklich intensive Zeit ist rum und bekommt morgen hoffentlich ihr Krönchen aufgesetzt. Der Weg ist das Ziel. Die 42,195 sind das Ziel. Und doch geht es los mit dem ersten Schritt und dem ersten Meter.

Mein erster Marathon. Morgen ist es soweit!


Sep 30 2011

Noch 2,195 Tage

Ich atme ein. Und wieder aus. Juister Inselluft. Ohne Autoabgase. Pure Kurluft. Die einen platt macht. Frischluft ohne Ende. Jod. Salz. Algen. Warmer Sand. Alles riechbar.

Nichts als frische Luft

Nichts als frische Luft

Alles wunderbar. Alles Schnee von gestern. Denn leider ist die Zeit auf Juist schon wieder rum. Gestern Nachmittag ging unsere Fähre zurück auf´s Festland. Den Vormittag haben Nadine und ich es uns natürlich noch gut gehen lassen. Einen langen Spaziergang am Strand eingelegt und nochmal die Stille auf uns wirken lassen. Die kaum vorhandene Wasserbewegung beobachtet.

Stille Wasser sind tief(enentspannend)

Stille Wasser sind tief(enentspannend)

Sonne getankt. Und ich habe die Zeit genutzt, um nochmal Kraft zu sammeln. Positive Energie für Sonntag. Die Vorfreude zu bündeln und den Druck in ein wohliges Einstimmen umzuwandeln. Ich bin nämlich angespannt. Angespannter, als ich es vielleicht zugeben mag. Ich bin aufgeregt und habe eigentlich keinerlei Vorstellung, wie der Sonntag wirklich wird. Wie ich den Lauf verkrafte. Was die letzten zehn Kilometer, die ich im Training nicht absolviert habe, auf mich wirken werden. Werde ich denken, ach komm, einfach weiter, die Zeit ist egal. Einfach ankommen und die Stimmung aufsaugen? Oder werde ich immer verkrampfter, will doch noch unter 4:30h bleiben und schade damit nur mir selbst? Werde ich den Lauf ohne Schwindelanfälle schaffen? Wird es fast schon zu warm, bei diesem goldenen Herbstwetter? Werden die Trinkstationen ausreichen? Schaffe ich zu trinken, ohne alles zu verschütten? Muss ich sogar kurz dabei gehen, oder vergeude ich dann wertvolle Zeit? Packe ich das wirklich?

Blauer Himmel - auch am Sonntag

Blauer Himmel - auch am Sonntag

Einatmen. Ausatmen. Tief Luft holen. Das Wasser beobachten. Ruhig werden. Den Möwen zuhören und dem leisen Meeresrauschen. Die Minibrise Wind um die Nase spüren. Die Beine ausruhen. Ich versuche mir die ganze Zeit einzureden, dass das gar nichts Besonderes ist. Einfach nur 42,195 Kilometer. Bei den 32 Trainings-Kilometern habe ich mich auch nicht so verrückt gemacht. Die lange Trainings- und Wartezeit gibt einem aber auch viel Gelegenheit, viel nachzudenken. Die Gedanken spinnen zu lassen. Sich wahnsinnig verrückt zu machen. Nein, der Marathon muss nicht perfekt werden. Er soll einfach nur eine Etappe sein. Nicht das einzig wahre Ziel. Eine Etappe in meinem Leben. Wir sollen Freunde werden. Die sich einmal begegnen und danach nur noch von weitem grüßen. Sich gut in Erinnerung behalten. Sich schätzen.

Mails und guter Zuspruch

Mails und guter Zuspruch

Im Moment trudeln bei mir immer mehr Mails und SMS ein. “Viel Erfolg!”, “Ich denke am Sonntag an Dich!”, “Du schaffst das!” – und mein Lieblingssatz: “Schmerz geht. Stolz bleibt.” Ich bin wirklich fasziniert vom Zuspruch und der Aufmerksamkeit. Dass Freunde – auch wenn ich momentan gar nicht so viel mit ihnen zu tun habe – mitfiebern und mir die Daumen drücken. Hinterher wissen möchten, wie es war. Gewesen sein wird. Noch zwei Tage. Zweimal schlafen. Hoffentlich tief und fest und ohne Alpträume.

Tschüss, Strand

Tschüss, Strand

Seit gestern Abend sind wir nun nicht mehr auf der Insel. Keine Strandläufe mehr. Keine Handstandstunden, die mir lustigen Muskelkater im gesamten Körper veranstalten. Mein Rückenstrecker, meine Achseln, sogar mein Hals, mein Hintern, meine Handgelenke. Keine Schmerzen. Nur leichter Muskelkater. Hoffentlich kann meine Physiotherapeutin heute um die Stellen drum herum massieren, um meine Verspannungen zu lösen. Sonst wird´s fies. Wo kann ich eigentlich in Köln Hand- und Kopfstand üben? Das war spaßig. Das will ich besser können. Auf der Wiese tut das bestimmt mehr weh, wenn man sich unabsichtlich hinlegt. Ich werde mich nächste Woche mal auf die Suche machen. Eine schöne Stelle zum Rumtoben. Man sollte viel mehr toben.

Abschiedstee Waldfrucht-Erdbeere

Abschiedstee Waldfrucht-Erdbeere

Gestern stand also kein Training an. Gestern war Ruhe- und Reisetag. Nach einem letzten Tee mit unserer Inseltruppe ging es mit der Fähre von Juist nach Norddeich.

Juister Segelclub am Hafen

Juister Segelclub am Hafen

Fähre zum Festland

Fähre zum Festland

Und dann nach einem letzten Fischmahl mit dem Zug zurück ins Großstadtgetümmel.

Salat mit Krabben

Salat mit Krabben

Fischfilets, Muscheln und Garnelen in Flusskrebssauce

Fischfilets, Muscheln und Garnelen in Flusskrebssauce

Köln. Autos. Krach. Dreck. Asphalt. Die Uhrzeit bestimmt den Tag. Nicht der Stand der Sonne oder der Wind. Verrücktes Gefühl. Eine andere Welt. Zeit. Noch zwei Tage. Marathon in 4:30h. Startschuss um 11.30h. Startunterlagen abholen bis dann und dann. Maximale Laufzeit sechs Stunden, danach wird man vom Besenwagen eingesammelt. Zeit. Druck. Zeit. Fenster. Ich brauche frische Luft. Ich glaube ich gehe heute noch einmal locker laufen. Vier, fünf Kilometer, nur um meine Beine beweglich zu halten. Sie nochmal zu kitzeln. Ihnen verbieten mehr zu laufen. Um sich Sonntag kaum noch halten zu können. Wer weniger darf, will mehr. Ich will auch mehr. Meer. Und mehr Zeit. Für alles im Leben. Irgendwie ist das Leben manchmal jetzt schon zu kurz. Man wieso bin ich eigentlich im Moment so sentimental? Und so philosophisch angehaucht? Ich denke über mich und mein Leben nach, über die Welt und den Sinn. Bringt mich ein Marathon da weiter? Denke ich soviel nach, weil ich den Marathon laufe? Oder laufe ich den Marathon, weil ich zur Zeit soviel philosophiere? Ist das alles nur ein Zufall oder Bestimmung oder eh völlig egal? Juckt es eigentlich jemanden, ob ich den Marathon wirklich schaffe? Oder zählt nur der Wille? Dabei sein ist alles? Starten und dann die Sintflut? Geht es wirklich um´s Ankommen? Um´s Zeitziel? Oder um´s Wollen? Um´s Trainieren? Nein, ne ne, nur dabei sein ist es nicht. Vorher aufhören ist auch nicht. Ich will ankommen. Und ich will auch unter fünf Stunden bleiben. Das werde ich ja wohl schaffen, oder? Werde ich doch!?

Nicht den Kopf in den Sand stecken

Nicht den Kopf in den Sand stecken

Werde ich! Heute mache ich dafür den ersten Schritt. Ich hole heute meine Startunterlagen ab und schlendere mit Nadine einmal über die Marathon Expo in der Köln Messe. Wettkampfluft schnuppern. Dann werde ich einen lockeren Lauf hinlegen. Und noch ein bisschen was für meine Kraft tun und morgen ist dann Relaxen angesagt. Völlige Entspannung. Unter extremer Anspannung. Morgen ist der Tag vor dem großen Tag. Morgen ist es nur noch ein Tag bis zum Marathon. Ein einziger Tag. Mein Herz hüpft. Einatmen. Ausatmen. Kölner Marathonluft. Ich kann sie schon riechen. Sie macht mich verrückt. Vor Vorfreude. Ich will jetzt endlich laufen. Den Marathon. Meinen ersten ganzen Marathon. Noch 2,195 Tage. Durchhalten. Durchstarten. Durchatmen!


Sep 29 2011

Noch 3,195 Tage

Oh man! Ich bin komplett verschwitzt! Was für eine Nacht und was für bescheuerte Alpträume! Ich bin völlig fertig, fast so als hätte ich heute Nacht schon den Marathon hinter mich gebracht.

Cafe del Mar auf Juist

Cafe del Mar auf Juist

Dabei habe ich gestern Abend doch nur ein alkoholfreies Flens in unserer Stammkneipe hier getrunken und mich tagsüber schön ausgetobt. So eine Action im Dunkeln hätte echt nicht mehr sein müssen. Ich war erst in Los Angeles. Da ging ein richtig steiler Abhang runter zum Meer. Man durfte nicht zu weit runter laufen, weil die Wellen immer recht hoch aufgeschlagen sind. Auf der Höhe, wo man gut das Meer beobachten konnte, war ein Brückenpfeiler und eine abgeranzte Brücke, da haben sich die meisten Leute niedergelassen und relaxt. Aber mit einem Mal ist das Wasser zurück gegangen, es war kaum noch zu sehen, und dann kam das, was keiner erleben will. Ein Tsunami. Wir haben noch schnell versucht uns hinter die Brücke zu retten, damit wir darunter nicht vom Wasser zerquetscht werden. Dann kam die Welle und nahm uns mit. Als ich wieder zu Bewusstsein gekommen bin, stand ich in einem großen, weißen Raum. Darin war ein Teil meiner Familie, dort standen meine Laufschuhe und auf einem Tisch lagen Stirnbänder, Laufpullis, meine Startnummer und mein Handy. Ich habe mich also umgezogen. Auf meiner Armbanduhr war es morgens, kurz nach neun. Dann konnte ich mich nicht entscheiden, ob ich den Pulli mit Stirnband, nur ein Shirt mit Mütze oder ganz was anderes anziehe. Dann habe ich meine Laufschuhe nicht gefunden. Dann bin ich raus zu meinen Leuten, diesich alle total schick gemacht haben, in Ballkleidern da standen und meinten, wir erwarten dich dann im Ziel. Und als ich fragte, wie spät es sei, meinten sie, elf Uhr. In einer halben Stunde sollte also schon der Startschuss fallen und ich wusste nicht einmal wo genau ich bin. Ich bin in totale Panik ausgebrochen, raus auf die Straße, habe noch schnell eine Massen-Sms an meine Freunde geschickt, um ihnen zu sagen, dass wir uns in 30 Minuten in Köln Deutz am Startpunkt, am Bahnhof treffen, und dann wollte ich lossprinten, aber ich bin nicht von der Stelle gekommen. Wie mit Kaugummi unter den Schuhen stand ich auf der Stelle, habe meine gesamte Energie verfeuert und kam einfach nicht weg. Ich würde den Marathon verpassen, nur weil ich nicht gut genug vorbereitet war und rechtzeitig mit allem angefangen habe. Ich wollte gerade anfangen wie am Spieß zu heulen, da kam eine Pferdekutsche vorbei. Nur, dass dieses Traben Realität war. Bei offen stehendem Fenster kam eine Kutsche an unserem Appartment vorbei. Autos gibt es auf Juist ja nicht. Ich bin direkt aus dem Bett gesprungen, um wieder im Hier und Heute anzukommen. Und bin jetzt noch völlig durcheinander. Wieso träumt man so einen Mist, bitte?

Schichten am Horizont

Schichten am Horizont

Tsunami… Dabei war die Nordsee gestern spiegelglatt. Und wir waren tatsächlich darin schwimmen. Also so richtig, ein paar Bahnen ziehen. Ging auch gar nicht anders, sonst wären wir vermutlich erfroren. Keine 15 Grad Wassertemperatur und das im Bikini! Brrrr, das nenne ich Überwindung. Und weil Überwindung ja immer so eine Sache ist, bin ich einfach ohne lange nachzudenken reinmarschiert. Etwas weiter hinten, Richtung Sandbank, wurde es auch ein bisschen wärmer (soweit man von “wärmer” überhaupt sprechen kann), aber zu lange waren wir sechs (sind hier ein richtig tolles Trüppchen) dann aber doch nicht drin. Lieber schnell raus, in Tücher einpacken und in der Sonne trocknen lassen. Herrlich.

Handstandübungen am Strand

Handstandübungen am Strand

Und damit´s ein bisschen schneller nicht nur auf der Haut, sondern auch innerlich warm wird, haben wir einfach Quatsch gemacht. Diesmal in Form von Handstand-Üben. Im Sand. Versteht sich von selbst, dass ich manchmal wie paniert aussah. Und zwar nicht extra. Aber da ich keinen Handstand kann, musste ich halt üben, üben, üben, und habe mich in zwei Etappen bestimmt 50, 60, 70 Mal vom Boden abgestoßen, wenn nicht öfter. Ab und zu war ein kleiner Überschlag dazwischen. Ab und zu habe ich auch einfach vom Handstand in den Kopfstand gewechselt und das geübt. Und irgendwann konnten weder mein rechtes Abstoßbein, noch meine Arme noch was tun.

Baywatch auf nordisch

Baywatch auf nordisch

Findus mal faul

Findus mal faul

Lia passt auf

Lia passt auf

Also sind wir ein zweites Mal ins Wasser, haben noch eine Runde mit den Hunden gespielt und sind dann Richtung Appartment. Mit einem kleinen Umweg. Ich habe nämlich tatsächlich ein gebrauchtes Mountainboard ergattert. Hier auf der Insel. Lars von der Kitestation hatte noch eins vom Beachkiten im Keller und brauchte es nicht mehr, weil Beachkiten mittlerweile verboten ist auf Juist. Gut für mich. Jetzt bin ich stolze Besitzerin eines eigenen ATB´s (All-Terrain-Baords) und freue mich, demnächst auch in Köln und nicht nur in Holland mit dem Wind zu tanzen. Allerdings erst nach dem Marathon. Eingeweiht haben wir das Board natürlich trotzdem schon hier.

Erste Probefahrt auf meinem ATB

Erste Probefahrt auf meinem ATB

Mein erstes ATB

Mein erstes ATB

Findus voll in Fahrt

Findus voll in Fahrt

Und dann haben wir den Abend perfekt ausklingen lassen.

Juister Abendsonne

Juister Abendsonne

Dünenlandschaft

Dünenlandschaft

Mit einem köstlichen Abendessen bei Sonnenuntergang. Erst gab es Lachs und Garnelenspieß auf Zuckerschoten, Spinat und Cherrytomaten mit frischen Pfifferlingen und danach eine riesen Pfannkuchentasche, gefüllt mit Karamelleis und dazu Schokoloadensoße und frische Früchte. Ich muss glaube ich nicht sagen, wie lecker das war!

Lachs, Garnelenspieß und Pfifferlinge

Lachs, Garnelenspieß und Pfifferlinge

Süße Nachspeise

Süße Nachspeise

Die Handstand-Übungen plus das Schwimmen plus das Ballspielen mit Hündin Lia waren ein verdammt gutes Training. Ich habe heute wahnsinns Muskelkater im Schultergürtel, in den Oberarmen und im Rücken. Aber das ist morgen ja auch wieder weg. Dazu mach ich dann morgen noch einen letzten, kleinen, lockeren 4-5-Kilometerlauf, um die Beine beweglich zu halten, und dann kommen Samstag schon meine Eltern. Wir holen zusammen die Startunterlagen ab, dann schicke ich tatsächlich noch eine Massen-Sms raus (mittlerweile kündigen sich immer mehr Freundinnen und Freunde von mir zum Anfeuern und Zugucken an, voll toll!) wann wo Treffpunkt ist und dann wird es richtig ernst. Wow, da dreht sich direkt wieder mein Magen. Vor Freude! Nur noch so wenige Tage. Unvorstellbar, nach so vielen Wochen und Monaten der Vorbereitung. Ich habe mit Nadine sogar schon über nächste Woche gesprochen. Sie meinte “Nach dem Marathon können wir ja…” und ich kann mir dieses “nach dem Marathon” noch gar nicht vorstellen. Dann ist es plötzlich einfach vorbei? Wird dann irgendwas anders sein? Werde ich mich anders fühlen? Werde ich ein anderer Mensch sein? Wird da ein Loch entstehen, weil ich kein Ziel mehr habe? Werde ich schnell ein neues Ziel brauchen, oder freue ich mich dann, die Laufschuhe nicht mehr unbedingt schnüren zu müssen? Sind mir sechs Kilometer nach der Arbeit demnächst wieder genug, oder will ich mehr? Weiter? Schneller?

Neues Ziel, neues Glück?!

Neues Ziel, neues Glück?!

Marathon. Marathon. Marathon. Meter um Meter. Noch 3,195 Tage. Das Wetter soll ja grandios werden. Noch 3,195 Tage. 42,195 Kilometer. Marathon. Cool!


Sep 28 2011

Noch 4,195 Tage

Muskelkaaaater! So fühlt sich das also an. Hatte ich schon fast vergessen. Aber ich habe nur ganz leichten Muskelkater. Ein bisschen rund um die Knöchel. Ein bisschen in den Waden. Und ein bisschen im Bauch. Irgendwie ein schönes Gefühl. Auch wenn´s Mikrorisse in den Muskeln sind, ich weiß. Aber irgendwie trotzdem ein schönes Gefühl.

Srandtag bei Sonne pur

Srandtag bei Sonne pur

Vermutlich kommt der Spaß von einem durchaus körperlich aktiven Tag gestern. Nadine und ich waren den ganzen Tag am Strand. Es war hochsommerlich und superschön, wirklich total warm und kein bisschen windig (schade eigentlich, Wind und kiten wäre mir glatt noch eine Runde lieber gewesen, aber passt schon).

Aufgebaut, aber nur zum Trocknen

Aufgebaut, aber nur zum Trocknen

Wir sind nach einem ausgiebigen Frühstück also einfach rüber zur Kitemobil und haben uns da in die Sonne gehauen. Zusammen mit den zwei Jungs von der Station, Moritz und Lars, und Charlotte, die hier eine Saison als Rettungsschwimmerin arbeitet und übrigens auch aus Köln kommt. Wir haben uns gestern mal direkt verabredet, auf den Rheinwiesen zusammen Kitelandboarden zu gehen.

Strandhund "Sir" ganz entspannt

Strandhund "Sir" ganz entspannt

Findus und Lia in Action

Findus und Lia in Action

Wir waren allerdings nicht nur fünf Zweibeiner, sondern hatten auch gleich noch drei Vierbeiner dabei. Sir – ein riesenwuscheliger Bernhadiner. Lia – eine schwarze Schäferhündin, von der ich mir noch eine Scheibe abschneiden könnte. So einen aktiven Hund habe ich selten gesehen. Sie hat die ganze Zeit metertiefe Löcher in den Sand gebuddelt, ihrem Herrchen damit eine dauerhafte Aufgabe verschafft, nämlich die Löcher immer mit der Schippe wieder zuzuschaufeln. Und Findus – ein kleiner, verschmuster Jack Russell, den man perfekt als Kissen und Nierenwärmer benutzen konnte.

Kuschelkissen Findus

Kuschelkissen Findus

Irgendwann hatte ich aber auch genug vom Rumliegen und bin Richtung Wasser gegangen. Da habe ich mit Lia erstmal eine Runde Ball gespielt. Wobei sie glaube ich eher mit mir gespielt hat.

Wer spielt mit wem?

Wer spielt mit wem?

Zickzacklauf am Strand

Zickzacklauf am Strand

Denn irgendwie musste ich den Ball ja erstmal kriegen. Ich bin ihr im Zickzack hinterher gewetzt, hab ihr den Ball weggeschnappt und ihn auf´s Meer geworfen. Das Spielchen haben wir bestimmt eine gute halbe Stunde gespielt, während Findus immer jaulend am Strand stand und sich nicht ins Wasser getraut hat.

Ein bisschen wasserscheu

Ein bisschen wasserscheu

Sehr musikalisch

Sehr musikalisch

War ja auch kalt, die Nordsee. Aber nicht kalt genug. Wassersportler müssen auf´s Wasser, egal wie. Und wenn kiten nicht geht, muss eben ein anderer Sport herhalten. Also haben wir uns kurzerhand die Stand-Up-Paddles geschnappt und sind bei spiegelglattem Wasser rausgeschippert.

Erst schleppen, dann schippern

Erst schleppen, dann schippern

Charlotte auf dem SUP

Charlotte auf dem SUP

Ehrlich gesagt bin ich vorher noch nie SUP gefahren, aber ich hatte den Dreh schnell raus und bin fröhlich ganz weit raus. Und wumm, lag ich im Wasser – weil fünf Meter vor mir plötzlich ein Seehund aufgetaucht ist und ich mich so gefreut habe, dass ich quieken musste, er direkt wieder abgetaucht ist und in dem Moment eine leichte Welle von hinten kam, die mich aus dem Gleichgewicht gebracht hat. Tauchstation. Auch gut. Wieder rauf auf´s Board. Weiterpaddeln. SUP ist zwar übrigens nicht besonders actionreich, aber ein guter Ausgleichssport. Man muss die ganze Zeit mit den Beinen das Gleichgewicht halten und immer die Wasserbewegungen austarieren. Zusätzlich geht man immer ein wenig in den Rücken, um das Paddel rechts und links von sich ins Wasser zu drücken, eine super Übung für den Lendenbereich. Und das wieder-auf-das-Board-krabbeln geht mega in den Bauch. Ohne dass man sich bei Sit-Ups quält und dabei völligst ins Schwitzen kommt. Praktisch.

Sonnengetrocknet

Sonnengetrocknet

Nach dem SUP und einer kleinen Kollision mit einer miesen Muschel am Strand, einer kleinen Desinfektion meines Schnitts an der Ferse und einer kleinen Pause haben wir uns dann noch in der Sonne trocknen lassen und dann ging´s für Nadine und mich zurück zum Appartment, um in die Laufsachen zu schlüpfen und diesen wunderschönen Tag mit einem ausgiebigen Strandlauf ausklingen zu lassen. Eine Stunde lang bin ich – diesmal extra durch den nicht festgetretenen, sondern den eher lockeren Sand – gemütlich 30 Minuten Richtung Insel-Osten und 30 Minuten wieder zurück gelaufen.

Laufen in der Abendsonne

Laufen in der Abendsonne

Vorbei an den Prielen, an zig Möwen und sogar einem Seehund auf der Sandbank. Herrlich. Wirklich herrlich.

Ebbe und einzigartiger Blick

Ebbe und einzigartiger Blick

Wieso lebe ich eigentlich nicht an der Küste? Hier kann man soviel machen.

Durch den weichen Sand

Durch den weichen Sand

Wassersport, laufen, klettern, Radfahren. Vor allem hat man dabei soviel Ruhe und man schöpft irgendwie Energie. Ich bin mittlerweile wieder positiv gestimmt. Ich bin mir sicher – trotz einer Woche Trainingsausfall und ab und zu (aber gerade recht seltenem) Schwindel – dass ich den Marathon packe!

42,195 km

42,195 km

In vier Tagen ist es soweit

In vier Tagen ist es soweit

Der große Tag naht

Der große Tag naht

Ich freu mich soooo sehr

Ich freu mich soooo sehr

Was für ein Ziel habe ich eigentlich nach dem Marathon? Ich glaube, ich muss mir danach irgendwas Neues vornehmen. Ein neues, sportliches Ziel. Und damit meine ich nicht einen zweiten Marathon in verbesserter Zeit. Nein, irgendwas ganz Neues. Profi-Kiterin oder sowas zum Beispiel. Haha…

Marathon. Und dann?

Marathon. Und dann?

Laufen soweit die Beine tragen

Laufen soweit die Beine tragen

Eine Stunde am Strand

Eine Stunde am Strand

Wie es sich übrigens gehört an der Nordsee, gab es nach dem Lauf noch ein fischiges Abendessen. Lachs, Riesengarnelen und Scholle mit Gemüse und Chili-Spaghetti. Und danach noch ein kleines Bier auf den tollen Tag.

F(r)isch vom Fang

F(r)isch vom Fang

Man was freue ich mich wieder auf ein paar Gläser Bier ohne den erhobenen, mentalen Zeigefinger in meinem Kopf. “Nein, du darfst keinen Alkohol trinken.” Doch, ich will aber. Aber in vier Tagen kann ich ja endlich wieder machen, was ich will. Ach Blödsinn, ich mache ja was ich will. Keiner schreibt mir vor, wie ich mich zu benehmen, was ich zu trainieren und wann ich zu relaxen habe. Ich mache das alles für mich, weil ich Spaß daran habe und einfach mal an meine Grenzen gehen will. Eine tolle Erfahrung, die ich in dieser Form vermutlich niemals wieder machen werde. Ich werde mein Leben lang von diesem Marathon zehren, und das freut mich jetzt schon total. Noch 4,195 Tage. Langsam schießt mir wirklich das Adrenalin durch den Körper, wenn ich an Sonntag denke. Die Menschenmassen, das Getummel, die Stimmung, den Startpfiff, das Ziel!

Wow, Herzklopfen! Noch 4,195 Tage!


Sep 27 2011

Noch 5,195 Tage

Ein perfekter Tag! Gestern war einfach ein perfekter Tag! Los ging´s mit einem ausgiebigen Frühstück samt frischen Insel-Brötchen, leckerem Saft, Buttermilch, Kaffee, Raps-Honig und allem, was man so braucht.

Frühstück in der Sonne

Frühstück in der Sonne

Danach sind Nadine und ich eine Runde durch den Ort getingelt und haben einen langen Spaziergang am Strand gemacht.

Guck mal, soviel Saaaaand!

Guck mal, soviel Saaaaand!

Guck mal, eine Muschel!

Guck mal, eine Muschel!

Eigentlich stand schon ab morgens riesengroß das Wort KITEN im Raum. Aber nachdem ich mit den Jungs von der Kiteschule telefoniert habe, hat sich diese Hoffnung erstmal wieder völlig zerschlagen. Der Wind wollte nicht so, wie wir es gerne hätten. Moritz meinte, vielleicht klappt´s ab 15 Uhr. Da sollte der Wind auf West drehen und zunehmen. Also haben wir die Zeit bis dahin entspannt verbracht und sind um drei zur Kitestation.

Kitesurf Island Juist

Kitesurf Island Juist

Kitemobil in marineblau

Kitemobil in marineblau

Immer noch ohne ein einziges Lüftchen. Aber innerhalb von wenigen Minuten, wie aus heiterem Himmel (im wahrsten Sinne des Wortes), fing es an zu pusten. Und zwar nicht zu knapp.

Pumpen zum Aufwärmen

Pumpen zum Aufwärmen

An Land lieber noch mit Jacke

An Land lieber noch mit Jacke

Wie angeschossen haben vier Leute einschließlich mir im Eiltempo die Kites aufgepumpt, dann hab ich mich noch schnell nach Strömungen und sonsitgen Bedingungen erkundigt und mich in den Neoprenanzug geschmissen.

Warm geht anders

Warm geht anders

Und dann ging´s bei Sideshore und 16 Knoten mit einem 8er-Core GTS auf´s Wasser.

8er Core GTS mit 142er Board

8er Core GTS mit 142er Board

Allerdings musste ich recht schnell doch recht viel kurbeln, zwei Leute sind auch sehr bald wieder rausgegangen, weil ihnen die Schirme zu klein waren. Ich bin also rausgerannt, über den endlosen Strand zum blauen Kitemobil vor den Dünen gewetzt, schnell meine Leinen abgeknotet, den 10er-Core GTS aufgepumpt und wieder ab dafür. Und da fing der Spaß richtig an.

Spaß für zehn

Spaß für zehn

Kiten kiten kiten!

Kiten kiten kiten!

Mit genug Power in der Tüte und null Welle bin ich immer zwischen Strand und Sandbank hin und hergefahren, ein, zwei Mal bin ich auch etwas weiter raus – da waren sogar Seehunde!! (abgesehen vom Golden Retriver, der am Strand rumgerannt ist) – aber ich bin dann doch weiter vorne geblieben, weil ich ein paar Sprünge üben wollte.

Seehunde und andere Hunde

Seehunde und andere Hunde

Und siehe da, ich hatte Spaß für zehn und ich hab mich nur zwei, drei Mal auf die Nase gelegt, lecker Nordsee getrunken, und sonst hab ich die noch etwas unschön aussehenden Sprünge immer sicher gestanden. Einmal bin ich aber unabsichtlich so hoch gesprungen, dass ich oben ziemlich viel Zeit hatte mir zu überlegen, wie und ob ich überhaupt wieder runter komme. Was für ein Gefühl! Wahnsinn!!

Unelegant, aber gestanden

Unelegant, aber gestanden

Bei einer Wassertemperatur von 15 Grad war auf jeden Fall Bewegung angesagt. Schließlich will ich mir vor dem Marathon nicht noch eine Erkältung holen.

Kalte Nordsee

Kalte Nordsee

Zum Glück lag ich auch nicht wirklich viel im Wasser, sondern stand eher auf dem Brett. Also alles im grünen Bereich. Nach knapp zwei Stunden habe ich mich dann trotz immer noch gutem Wind entschieden, aufzuhören. Und Nadine erlöst, barfuß am Strand Fotos zu machen.

Nadine voll im Einsatz

Nadine voll im Einsatz

Denn erstens habe ich das Material nur gemietet und wenn die Uhr tickt und das Konto weint, muss man auch mal aufhören, wenn´s am schönsten ist.

Ausgekitet

Ausgekitet

Und zweitens stand ja noch ein Strandlauf auf dem Plan. Also schnell in die warmen Klamotten, Mütze auf, Kites zusammenbauen, Bar aufrollen und zurück zum Appartment, noch schnell eine halbe Schnitte Brot essen und ab in die Laufsachen. Ich war so high von meiner Session, dass ich mich in Windeseile umgezogen habe und sowas von loslaufen wollte. Nadine hat sich auch schnell eingepackt und dann ging´s zusammen los.

Vier Füße am Strand

Vier Füße am Strand

Der Lauf war ein absoluter Traum. Die Kulisse – ein Kilometer langer, menschenleerer Strand. Es hatte vorher kurz eine halbe Stunde geregnet, da haben sich vermutlich alle Leute eingemottet und wir hatten wirklich alles für uns alleine. Wir haben uns den leicht festgetretenen Abschnitt ausgesucht und sind mit Rückenwind und keinem einzigen störenden Geräusch einfach nur gelaufen. Begleitet von ein paar Lachmöwen und dem Knackgeräusch, wenn man mal auf eine Muschel getreten ist. Ansonsten nur unser Atem und unsere Schritte auf dem Sand. Herrlich!

Nur wir zwei und das Meer

Nur wir zwei und das Meer

Nach knapp 20 Minuten haben wir dann die Richtung gewechselt und sind die gleiche Strecke zurück gelaufen. Ich habe noch ein paar Springetappen, Seitwärtsläufe und Absprungübungen eingebaut, bin hier und da ein Stück rückwärts gelaufen – perfekt dafür, es gab nicht eine Stolperfalle und selbst wenn ich gefallen wäre, wäre ich sanft gelandet – und am Ende sind wir über den Steg zurück gesprintet, um nach 45 Minuten k.o., aber megaüberglücklich wieder am Appartment anzukommen.

45 Minuten Strandlauf

45 Minuten Strandlauf

Die Dusche war mindestens genauso ein Traum, nach der Kite-Session und dem Lauf. Das Essen sowieso. Wir haben uns eine Frischplatte gegönnt, in einem ziemlich schicken Restaurant. Salatbüffet, und dann der Teller Störtebecker mit vier Edelfischfilets, zwei Riesengarnelen und einer riesen Schale warme Nordseekrabben. War das lecker!

Fischteller Störtebecker

Fischteller Störtebecker

Wir mussten am Ende wirklich kämpfen, so groß war die Portion. Wahnsinn, aber sowas Gutes kann mn doch nicht einfach liegen lassen. Kartoffeln gab´s übrigens auch dazu, meine Kohlenhydratzufuhr ist also nicht zu kurz gekommen. Und nach diesem bereits absolut perfekten Tag kam dann noch der perfekte Abschluss. Im Café del Mar haben wir mit den Jungs und Mädels von der Kiteschule nämlich noch was getrunken (ich habe mir sogar ein Heineken gegönnt) und uns super lange super gut unterhalten. Sport war natürlich auch ein ausgiebiges Thema – bis Adam an der Theke die Musik so laut gedreht hat, dass wir auch bald verstanden haben, dass wir zum Gehen eingeladen wurden. Machte nichts, war eh schon nach Mitternacht. Heute ist ja ein neuer Tag. Übrigens mit leichten Anflügen von Muskelkater im Bauch, von meinen Hüpfern. Aber damit kann ich leben.

Chillen am Strand

Chillen am Strand

Heute ist der Plan übrigens: Chillen und Spielen. Wir wollen uns mit der Truppe von gestern heute am Kitemobil treffen (leider ohne kiten weil kein Wind), rumhängen, Frisbee und Beachvolleyball spielen und heute Abend gehe ich eine lange Runde laufen. Der Strand ist 17 Kilometer lang, ich finde, das ist eine gute Möglichkeit, ein letztes Mal (vor allem nach meinem verpassten Training in der erkälteten Woche) Gas zu geben. Die nächsten Tage folgen dann nur noch zwei lockere fünf-Kilometer-Läufe, eine Schwimmeinheit und vielleicht ein bisschen Kräftigung, neben vieeeel Relaxen, vieeeelen Kohlenhydraten und noch mehr Vorfreude, dass es in fünf Tagen wirklich endlich soweit ist. Der Tag, auf den ich seit Monaten warte, steht so kurz bevor, dass ich platzen könnte vor Vorfreude. Ich hoffe, dass es ein grandioser Tag mit gutem Wetter wird und ich einfach gut gelaunt und ohne größere Zwischenfälle ins Ziel komme. Damit ich dann mindestens genauso eine wahnsinns Endorphin-Ausschüttung habe, wie gestern nach dem Kiten. Ich freu mich, ich freu mich, ich freu mich! Noch 5,195 Tage!