Die Schattenseiten im Pauschal-Paradies Kuba | The dark side of a package vacation paradise Cuba

Zollschikane, gelöschte Daten, Taxi-Abzocke und Internet-Zensierung

— english version below —

Nach drei Wochen Mexiko wollte ich es nach diversen Südamerika-Reisen nun endlich für einen Ausflug nach Kuba schaffen. Schließlich heißt es immer man müsse dort lieber so bald wie möglich hin, bevor alles amerikanisch und anders wird. Eins vorab: ich fände es tatsächlich begrüßenswert, wenn Kuba einen Hauch Amerika abbekommen würde – auch wenn ich kein Amerika-Fan bin. Denn die Zustände, Abläufe und Versorgung, die ich dort nun erlebt habe, ist erstens niemandem zu wünschen und zweitens alles anderes als touristisch attraktiv.

Kuba: Ankunft mit Hindernissen

Die Ankunft startete mit einem Dämpfer meiner Vorfreude. Ich wurde fünf Stunden am Flughafen im Zoll festgehalten. „Las declaraciones“ – ein Raum in der Ankunftshalle, in der Nähe der Kofferbänder, ohne Fenster, ohne die Möglichkeit was zu essen oder trinken und eine meterlange Warteschlange mit Menschen, die jeweils fünf oder gar zehn einfolierte Koffer auf Rollwagen dabei hatten. Meine Reisepartnerin Franzi und ich gingen zunächst selbstbewusst durch den Bereich „zollfreie Einreise“, dann wurden wir gestoppt. Franzi wurde durchgewunken, auf meinem Kofferaufkleber stand ein „MT“ und ich musste nochmal zur Kontrolle.

Rucksack also ab durch den Scanner, zurück durch die zollfreie Schranke und wieder wurde ich zurück gewiesen. Franzi war mittlerweile durchgegangen, ich sah sie also nicht mehr und wurde mit einem Fingerzeig, jedoch ohne auch nur eine Erklärung in die Warteschlange verwiesen. Dank meiner Spanischkenntnisse habe ich irgendwann einen recht gelangweilten Zollmitarbeiter fragen können, er blickte auf meinen Aufkleber und fragte „Was hast du im Rucksack?“. Ich fragte gegen: „Klamotten, Strandsachen. Aber was heißt „MT“?“ „Material tecnico“. Ok, mein Mikrofon war das Problem.

Beschlagnahmte Technik

Ich hatte vor meiner Flugbuchung nach Kuba extra mit der deutschen Botschaft geschrieben, um mich nach den Bedingungen für ein Arbeitsvisum in Kuba zu erkundigen. Journalisten bekommen zur Zeit jedoch so gut wie keine Freigabe. Dann sollte Kuba eben nur Urlaub werden, auch gut. Mitnehmen musste ich das Mikro trotzdem, da ich von Havanna aus über Cancún einen Heimflug gebucht hatte. Schließfächer gab es in Cancún aber nicht und woanders konnte ich das Mikro nicht lassen. Das Mikro sollte also von den Behörden registriert werden.
Warum das Warten auf das Fotografieren und Notieren aller Daten trotz nur sechs Leuten vor mir fünf Stunden gedauert hat, war meiner Meinung nach eher Schikane als Überlastung.

Zum Teil standen vier Leute vom Personal an den kaputten Tischen, manchmal aber aber nur eine Person, die aber nur ab und zu arbeitete. Denn zwischendurch musste gelangweilt Kaugummi gekaut und die Kollegin begrüßt werden. Und während acht andere Flughafenangestellte am Sonderröntgengerät standen und Daumen drehten, standen die Passagiere mit der Markierung „MT“ die Beine in den Bauch und waren zum Teil den Tränen nahe.

Ein Einheimischer sagte mir, er wartete nun schon seit zwölf Stunden und ich sollte froh sein um diese Erfahrung. Denn so wäre das wahre Kuba, das kaum ein Tourist auf diese Weise kennenlernen würde. Na was ein Glück ich doch nur hatte. Meine Frage nach zwei Stunden und riesigem Durst, ob ich das Mirko nicht einfach wegschmeißen und gehen dürfte, hat mir böse Blicke und ein klares „No, you wait“ beschert. Und irgendwann war ich dann tatsächlich an der Reihe.

Nachdem dann fein säuberlich die Blaupause zwischen die Zettel gelegt, alles handschriftlich im Schneckentempo aufgeschrieben und ein weiterer Mitarbeiter für die Zweitunterschrift und das Stempeln der Unterlagen gefunden wurde, hat eine junge Frau einen Stoffsack ausgepackt, in aller Seelenruhe eine Art Kabelbinder oben in die Löcher eingezogen, mein Mirko hineingelegt und es mir abgenommen mit der Info: „Sie können auch beantragen es mit ins Land zu nehmen“. Ich: „Wie lange dauert das?“ Achselzucken. Nein danke. Ich wollte ja eh nichts damit machen. Ich habe also einen Zettel bekommen, um das Mikro am Ende meines Aufenthalts wieder abzuholen. Ich sollte bitte rechtzeitig am Flughafen sein.

„No files“

Ende vom Lied: die Abholung war erst nach dem Security-Check möglich. Dass ich extra eine Stunde vor Kofferabgabe da war, um auf Nummer sicher zu gehen, hat also nichts gebracht. Die Koffer waren irgendwann abgegeben, wir sind durch die Sicherheitskontrolle gegangen und dann fing eine neue Odyssee an. Ohne Warteschlange, und dennoch hat das Suchen nach Zetteln, Blaupausen für die Durchschläge, den befugten Mitarbeitern für die Unterschriften, die Suche nach dem Schlüssel für den Aufbewahrungsraum und die Datenaufnahme (Passnummer etc.) über eine neue Stunde gedauert.

Zwischendurch hat der Beamte noch eine Tür reparieren wollen, bis mein offensichtliches Kopfschütteln und Rumnörgeln Wirkung gezeigt hat. Ich habe mein Mikro also für eine Aufbewahrungsgebühr von 6 CUC (ca. 5€) zurück bekommen. Und als ich es heute an den Computer angeschlossen habe, um meine Tonaufnahmen aus Mexiko zu sichern, war das Mikro leer.
No files. Alle Daten gelöscht. Ich hatte die Interviews darauf vor der Reise nach Kuba zum Glück auf einem USB-Stick gesichert, sonst wäre alles weg gewesen. Aber dass tatsächlich nichts mehr auf dem Datenträger ist, verwundert mich doch sehr.

Bier und Rum statt Trinkwasser

Während ich übrigens fünf Stunden dort herum stand und der Verzweiflung nahe war, wartete Franzi geduldig am Ausgang und trank Bier. Wasser hab es nämlich nicht zu kaufen. Das ist in Kuba tatsächlich ein normales Problem. Es gibt selten bis nie Trinkwasser, dafür aber reichlich Limo, Bier und Rum. Und wenn es doch Wasser gibt, dann ist es entweder völlig überteuert (0,5L für 1€) oder es schmeckt nach Chlor. Selbst in unserem 5-Sterne-Hotel auf der Halbinsel Varadero bekommt man stilles und mineralisiertes Wasser mit Chlor-Geschmack. Nicht genießbar ehrlich gesagt.

Ob davon meine Bauchschmerzen kamen? Etwa 24 Stunden nach unserer Ankunft auf der Luxus-Halbinsel Varadero bekam ich nämlich Bauchschmerzen deluxe und eine unbeschreibliche Übelkeit kam über mich. Ich war kurz davor zum Hotelarzt oder sogar ins Krankenhaus zu fahren. Das ließ sich aber zum Glück noch vermeiden.

Ich habe die folgenden drei Tage ein trockenes Brötchen am Tag gegessen und zweimal im Abendessen rumgestochert. Keinen Appetit, dafür anhaltende Bauchschmerzen und alle sonstigen Erscheinungen – die man bei einer Lebensmittelvergiftung eben hat. Denn zurück in Köln war ich direkt am Ankunftstag beim Arzt. Vermutlich war es nicht das Wasser, sondern die Paella mit Meeresfrüchten. Fünf Muscheln habe ich mir gegönnt. Aber damit sollte man in karibischen Ländern auch in einem 5-Sterne-Hotel tunlichst aufpassen.

Internet-Zensur

Dass wir überhaupt ein Hotel gefunden haben glich an ein Wunder. Wir wollten ganz „Rucksack-Touri-mäßig“ vor Ort nach einer süßen Possada (private Unterkünfte) oder einem schönen Hotel Ausschau halten. Als wir die Preise für die Posadas gehört haben (40 CUC, ca.35€ für ein Zimmer + Frühstück 5 CUC p.P.) haben wir uns aber entschieden „all inclusive“ zu hausieren und mal drei Luxustage zu verbringen. Hotel 1 hat uns aber verwiesen. Angeblich alles ausgebucht. Auch wenn diverse Balkone überaus unbewohnt aussahen. Hotel 2 völlig überteuert bei Vor-Ort-Buchung. 180€ pro Nacht mussten wir dann doch nicht bezahlen. Der Versuch, uns dort in der Lobby via Online-Buchungsplattform ein Zimmer zu suchen, scheiterte allerdings. Es ploppte ein Fenster auf, in dem zu lesen war: „Dieser Service ist von Kuba aus nicht verfügbar“.

Nach mehreren Versuchen und der puren Verzweiflung wollte ich mich bei meinem Freund via Online-Telefonie ausheulen – bis mir im Gespräch die Idee kam, dass er ja für uns buchen könnte. Und zack hatten wir ein Hotel zwei Kilometer weiter. Laufen war mit Gepäck zu weit, das Oldtimer-Taxi wollte 10 CUC (8€), so dass wir am Ende trampen wollten. Wir stellten uns also an die Hauptstraße und konnten einen Busfahrer mit einer Leerfahrt überzeugen (durch rumstehen und blond sein :D) uns mitzunehmen. Er hupte, fragte wohin, ließ sich auf 5 CUC für beide handeln und ließ uns einsteigen. Sehr nett.

WLAN-Karten

Dass ich mit meinem Freund telefonieren konnte war übrigens einer der vielen in Kuba gekauften WLAN-Karten zu verdanken. In Havanna und anderen größeren Städten kauft man eine Karte mit Rubbelcode vom nationalen Telekommunikationsunternehmen, meist in kleinen Verkaufshäuschen mit einem großen ETACSA-Schild vorne drauf. Dafür stehen die Kubaner, die sich 1 Stunde Internet für 1,50 CUC leisten können und vor allem die Touristen zum Teil lange in der Schlange. 30-60 Minuten wartet man schon mal bis man die Karte in der Hand hält.

In Varadero, auf der Luxus-Halbinsel, kann man die Karten auch an der Hotel-Rezeption bekommen, meist ohne Warterei. Wenn man Glück hat öffnet sich eine Seite im Browser, auf der man seine Nummer und den Code eingibt und dann ist man verbunden auf Zeit. Bloß nichts unnötiges schreiben oder nachsehen. Nachrichtenseiten mit vielen Bilder laden aber nur manchmal, so dass ich auf Kuba ehrlich gesagt recht wenig vom Weltgeschehen mitbekommen habe. Manchmal wird man auch einfach rausgeschmissen oder das Netz bricht zusammen. Aber insgesamt war ich sehr dankbar für das Tor zur Außenwelt. Auch wenn einige Seiten und Buchungsvorgänge, egal ob booking.com oder airbnb gesperrt sind.

Verboten, geschlossen

Gesperrt sind aber nicht nur Online-Präsenzen und -Aktivitäten, sondern zum Teil auch moderne Geschäftsideen. In Varadero gab es mal, wie ich erfahren habe, eine Kiteschule. Die Bedingungen sind dort perfekt. Warmes Wasser, hunderte Meter weit Stehbereich, Wind aus seitlicher Richtung, ein breiter weißer Sandstrand, der nur direkt vor den Hotels von Menschen belagert wird. Dazwischen Start- und Landezonen, die ein Kiter-Herz erfreuen würden. Die Schule wurde allerdings geschlossen. Verboten. Warum? Dazu zuckten selbst die Kubaner nur mit den Schultern und schüttelten den Kopf.

Einer der Jungs hat mir versprochen bis zum nächsten Tag privat Kite und Board zu organisieren. Allerdings war er am nächsten Tag laut Kollege spontan nach Amerika gereist, für einen Auftrag. Ein anderer kannte einen, der sogar Kite-Stunden am Anfang der Halbinsel gibt, der sagte erst ich müsste dorthin kommen, weil ihm die Polizei das Equipment abnehmen würde, wenn er damit hoch käme. Aber eigentlich könnte er mir eh nichts leihen, weil er Schüler hatte (wo ich mich dann frage, wie denn das, wenn es doch verboten ist – und ein Kite am Himmel ist ja nicht gerade unauffällig). Ich bin auf jeden Fall nicht gekitet und hätte glaube ich eh Angst gehabt, dass ich am Ende noch verhaftet werde.

Krumme Taxi-Geschäfte

Dass man verhaftet wird, mit dieser Angst dürften vermutlich auch einige Taxifahrer leben. Es gibt natürlich offizielle Taxis, es gibt aber auch weniger offizielle und ganz illegale Taxis – die oft jedoch deutlich günstiger sind. Die Oldtimer fahren als Collectivos (Sammeltaxis) zwischen den größeren Städten hin und her, sammeln eigentlich vier oder fünf, manchmal aber auch sechs Leute ein, so dass sich einer auf der Strecke (in dem Fall ich) immer wieder mal vor der Polizei am Straßenrand verstecken muss.

Je nachdem ob man sich das Collectivo selbst sucht bzw angesprochen wird oder die Hosts der Unterkunft bei der Organisation helfen, zahlt man 25 bis 30 CUC, von denen 5-10 CUC sich meist die Vermittler selbst einstecken. Sprich: selbst suchen ist günstiger, vermitteln lassen ist aber natürlich einfacher. Wer also kein Spanisch spricht und sich den Luxus gönnen will, lässt von der Unterkunft aus den Hausfahrer kommen oder die Hosts ein Taxi anrufen.

Tipp: mindestens einen Tag vorher planen und buchen, am Reisetag selbst ein freies Collectivo zu finden ist schwer, dauert ewig oder kostet nochmal mehr. Gleiches gilt für die günstigeren Überlandbusse namens „Viazul“. Die kosten pro Fahrt meist zwischen 10 und 15 CUC, sind aber meist bis auf mehrere Tage ausgebucht (Buchung geht am Busterminal mit langen Warteschlangen und online, ggf. über einen deutschen Freund falls es von Kuba aus nicht klappt).

Krumme Gestalten

Im Collectivo von Havanna nach Viñales war es trotz der Platzknappheit eine lustige und angenehme Fahrt (25 CUC p.P.), der Fahrer war ganz nett und wir haben sogar eine kleine Pause gemacht. Auch wenn ich nicht verstehe, warum bei einem übervollen Taxi trotzdem jeder einzelne Fahrgast 25 CUC zahlen muss. Einen Preis für die Fahrt, geteilt durch alle Mitfahrer, gibt es nicht. Die Fahrt von Viñales bis Varadero (doppelt so lang, ebenfalls 25 CUC, was zeigt, dass wir für die erste Fahrt viel zu viel bezahlt haben) war allerdings sehr seltsam. Wir wurden am Vortag auf der Straße angequatscht, wohin wir denn wollten. Der Typ war ausgestattet mit cooler Glitzer-Cappy, gespiegelter Sonnenbrille, Stone Washed Jeans und Goldkette. Wir konnten den Preis aber auf 20 CUC drücken und haben zugesagt.

Er notierte also unsere Unterkunft und am nächsten Morgen um 8.30 Uhr – mit 15 Minuten Verspätung – kam ein Sammel-Van an. Die Taschen wurden oben auf das Autodach geworfen, wir haben noch ein paar mehr Leute eingesammelt, dann wurde oben alles festgezurrt und es ging auf die Strecke. 2,5 Stunden bis zum Umschlagsplatz, wo alle, die nach Varadero wollten, in ein anderes Collectivo umsteigen sollten. Die Fahrer: zwei junge Männer, ziemlich ruppig und verpeilt. Sie haben die Musik auf volle Lautstärke aufgedreht, so dass man spätestens auf Grund der zusätzlich offenen Fenster sein eigenes Wort nicht mehr verstehen konnte. Auf die Frage „wie lange fahren wir etwa“ kam nur ein genervtes „kurz“. Wir saßen drei Stunden im Auto.

Und als wir in Varadero am Inseleingang rausgeschmissen werden sollten, obwohl uns zugesagt wurde, dass die Hotels angefahren werden, war die Stimmung angespannt. Die anderen Touristen waren genervt und zum Teil richtig angepisst. Ich habe dann noch versucht zu verhandeln. Am Ende wurde uns angeboten jedes Hotel für weitere 10 CUC anzufahren. Wir haben uns auf zwei Hotels geeinigt und das Geld zusammen geschmissen, sind verärgert ausgestiegen und ich konnte mir nicht verkneifen dem Beifahrer am Ende meine Meinung zu sagen. Unhöflich, unangenehm, kein Trinkgeld wert – das waren meine Worte. Seine Reaktion: „Wie?! Ich?!“ Und beim Abfahren warf er mir eine arrogante Kusshand zu. Danke für diesen unschönen Teil Urlaub. Erst abzocken, dann blöd anmachen.

Automiete

Mein Tipp: wer zu zweit oder mehreren reist: leiht euch ein Auto! Damit ist man flexibler, spart sich Organisation und verpulvertes Geld. Zwar sind Mietwagen in Kuba recht teuer (ca.400€ pro Woche, je nach Wagen und Versicherung), der Verkehr ist super chaotisch, vor allem in Havanna), aber man kann so wenigstens kleine Dörfer anfahren, die sicher attraktiver sind als Touri-Hochburgen wie Trinidad und Co.

Wer die Umschlagsplätze für krumme Geschäfte und Besucherüberfluss vermeiden kann, der lernt sicher ein schönes Land kennen, mit netten Menschen, die – auch wenn sie im Durchschnitt nur 16 CUC im Monat verdienen, wenn sie denn überhaupt Arbeit haben. Viele Kubaner sind hilfsbereit, fair und freundlich, aber auch vorsichtig, denn mal eben einen Fremden bei sich übernachten zu lassen oder ihm ein warmes Essen anzubieten, um ein paar Taler dazu zu verdienen, das dürfen die Einheimischen nicht und würden es im Normalfall auch nicht wagen.

Security und Schlangestehen statt Salsa

Das Bild, das viele von Kuba und den Kubanern haben dürften und auch ich hatte, hat sich mir nicht bestätigt: überall tanzende, gut gelaunte Menschen, die mit Ausländern rumwitzeln und einen beneidenswerten Laissez-Faire-Lebensstil haben. Für mich wirkten die meisten Kubaner eher verschlossen, unzufrieden, gelangweilt und etwas unnahbar. Einige weichen auf, wenn man mit ihnen ins Gespräch kommt. Einige haben aber gar keine Lust auf Gespräche. Selbst wenn man fließend Spanisch kann.

Kein Wunder, die Leute leben hier in einem sozialistischen Staat, der teilweise einem grauen Gefängnis gleich, auch wenn der Vorgarten mit Palmen und Puderzuckerstränden geschmückt ist. Wie in den 80ern der DDR gibt es in Kuba noch Wertmarkenbüchlein, um günstiger an Lebensmittel zu kommen. Brot, Reis – kosten damit in bestimmten Läden keinen ganzen Cent.

Dafür stehen die Kubaner wie sonst auch gerne mal zwei Stunden Schlange – so wie für die landesweit beliebte Eisdiele Coppelia. In Havanna liegt sie im Herzen eines zentralen Parks. An allen Parkecken steht ein Security und lässt alle Nase lang ein paar Leute rein, die von jeweils zwei Seiten anstehen und geduldig warten. In der Mitte sammeln sich alle Hineingelassenen an einer weiteren Warteschlange mit Security, bis man grob nach oben geschoben wird – um dort festzustellen, dass erstens über die Hälfte der Tische nicht besetzt ist und zweitens das Eis alles andere als eine sommerliche Erfüllung wäre. Dafür kostet eine Kugel nur 1 CUP (= 0,04 CUC, ca. 3 Cent).

Das Gute daran

Wer auf reinen Pauschaltourismus steht, eine Woche im Sternehotel verbringen will und nur organisierte Ausflüge in Sammelbussen macht, der kann hier gut gelaunte Animateure der Hotelanlagen, gutes Essen, ausreichend Trinkwasser, einen ordentlichen Sonnenbrand und einen Hauch Pauschal-Paradies bekommen.

Wer jedoch den typischen, günstigen Rucksacktourismus leben will, der wird es eher schwer haben. Wer einkalkuliert was auf ihn zukommt, wer kein Budget-Limit hat, nicht zuviel Paradies erwartet und etwas mehr Zeit als eine Woche mitbringt, um auch längere Strecken hinter sich zu bringen, der kann aber sicher auch ein buntes und besonderes Land erleben – immer mit dem Wissen, was wir eigentlich alles Gutes in unserer Heimat haben.

Tipp: ladet euch vor der Einreise die App maps.me herunter und speichert die Karte für Kuba. Die funktioniert mit GPS auch offline und man kann sich wunderbar durch Städte und Straßen navigieren. Ich bin froh Kuba kennengelernt zu haben, werde es aber sicher nicht zu meinem Reiseziel Nummer 1 erklären. In zwanzig Jahren würde ich jedoch gerne nochmal dorthin, um zu sehen, wie sich das Land entwickelt hat.

Etwas Moderne, Demokratie und gerne auch das ein oder andere amerikanische Café tun dem Ganzen sicher keinen Abbruch, im Gegenteil, vielleicht bringt es sogar ein bisschen Lebensfreude, Genuss und wenigstens ein Gefühl von weiter Welt in dieses geschlossene Stück Karibik, das in den Händen von Fidels Bruder Raúl immer noch in den Händen der Familie Castro liegt.

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Bullied at customs, deleted data, taxi rip-off, and censored internet

After three weeks in Mexico and a number of previous trips to South America I finally wanted to make it to Cuba. Wouldn’t it be better to get there before everything gets Americanized? To be clear: I would actually appreciate it if Cuba became just a little bit more American, despite not being a particular fan of the USA myself. The public infrastructure, procedures, and the actual state of affairs that I have seen I wouldn’t wish upon anyone, and they would not appeal to tourists either.

Cuba – Not a smooth arrival

The arrival put a damper on my excitement. I was held at customs at the airport for five hours. „Las declaraciones“ is a windowless room in the arrival hall close to the baggage belts, there is nowhere to get a drink or a snack. Long queues of people with five or even ten suitcase wrapped in plastic wrap. My travel buddy Franzi and I walked through the door marked with “nothing to declare” but were stopped. Franzi was waved through but my since suitcase had been marked with an ominous “MT” I had to be checked again-

My backpack was scanned again, I walked through the exit marked with nothing to declare but was stopped yet again. Franzi had proceeded and I could not see her anymore. The customs officers pointed me towards the queue of people with suitcases without further explanation. Since I know Spanish I eventually asked a bored customs officer what was going on. He glanced at the sticker on my suitcase and asked, “What’s in there?” I answered, “Clothes, beach stuff. What’s with the MT sticker?” „Material tecnico“. Oh! So my microphone was the problem.

Confiscated equipment

Before booking my flight to Cuba I had contacted the German embassy to find out what the conditions for a work visa for Cuba were. However, these days journalists are hardly granted permission. Alright, so Cuba was going to be just vacation form me. But I still had to pack the microphone because my flight back to Germany from Havanna included a layover in Cancún, and there were no lockers in Cancún and I had nowhere else to leave the mic.

The mic had to be registered upon entry into Cuba. However, why that, along with taking photographs and getting everyone’s data, took five hours I do not know, and I think it’s safe to call it bullying.  At times, four officers were standing by the broken tables, at other times just one, but this person worked only intermittently. Whenever the officers did not work they leisurely chewed gum and greeted their colleagues. While eight other staff members stood by the luggage scanner and twiddled their thumbs, the travelers whose suitcases had been marked with “MT” were waiting, and waiting, sometimes close to tears.

A local guy told me that he had been waiting for close to 12 hours and that I should be grateful for my experience because I would see the real Cuba, the Cuba that no tourist ever saw. Yeah, was I ever lucky! After two hours, super thirsty, I asked if I couldn’t just toss the mic and go, but they only gave me an angry side eye and scolded, “No. You wait!“

And then it was finally my turn. After the officer had carefully placed a blueprint between the forms and slowly copied my data, and after another officer had co-signed and stamped my forms, a young woman unpacked a bag, fixed a cable tie to it, placed the mic inside and took it, informing me, “You can apply to take it into the country.” “How long does that take?” She shrugged. Yeah, no, thanks. I was not planning on using it anyway. They handed me a paper so I could pick the mic up at the airport on my departure day, reminding me to arrive at the airport in due time.

„No files“

In the end pick-up was only possible after the security check. Never mind the fact that I got to the airport an hour before I was supposed to check-in my suitcase. So after checking in our bags and passing security I started a whole new odyssey.  No queues this time, but the search for forms, blueprints, staff to sign the forms, they keys for the locker, and the time needed to get my data once more took over an hour.

Meanwhile the officer also attempted to repair a broken door, and only after overtly shaking my head and complaining did I get my mic back. The price for storage was 6 CUC (approx. 5€). And when I hooked it up to my computer all the data were gone. No files. Everything had been deleted. Thankfully I had copied all interviews stored on it onto a USB drive. If I hadn’t done that, everything would have been lost. Despite my foresight I am still surprised that my data were actually all deleted.

Beer and rum rather than water

While I had been waiting at customs for five hours, nearly losing is, my friend Franzi patiently waited for me by the exit drinking beer. There was nowhere to buy water, nothing unusual in Cuba. While there is hardly ever potable or bottled water, there is ample rum, beer, and soda. And if there is water, prices are outrageous (0,5L for 1€) or it tastes like chlorines. Even in our five-star hotel on the Varadero peninsula sparkling or still water tasted like chlorine. Disgusting.

Was this the reason for my upset stomach? About 24 hours into our Cuba adventure and our arrival on the luxurious Varadero peninsula I got a stomach ache of epic proportions and was close to seeing the hotel’s physician or even going to the local hospital. Fortunately, that could be avoided.  For the next three days I ate dry bread and picked at my dinner twice. No appetite, persisting stomach aches and related issues that pointed to food poisoning. Back in Cologne I immediately went to the doctor. Probably my condition had not been due to the water but rather the seafood paella (I ate five mussels!) that should obviously be avoided even in Caribbean five star-hotels.

Censored internet

The fact that we even found a hotel to stay at was almost a miracle. We had planned to do it back-packer style, finding a cute Possada (private accommodation) or a cute hotel.  But when we found out the prices for Possadas (40 CUC, approx. 35€ for one room + breakfast for 5 CUC per person) we decided to go with “all inclusive” for three luxurious days. Hotel 1 turned us away. No vacancies. Several of the rooms‘ balconies looked suspiciously empty, but whatever. Hotel 2 was way too expensive for walk-ins. We were not willing to pay 180€ per night. Our attempt to book the room online from the hotel lobby was unsuccessful. A window popped up, informing us that “This service is not available in Cuba”.

After several desperate attempts I called my boyfriend to share my frustration, only then thinking of having him book for us – from Germany. Done! Within minutes we had a room booked in our name in a hotel about 2km away. Too far to walk with our luggage, a cab seemed too expensive (10 CUC / 8€), so we decided to hitchhike. We stood by the main road and could eventually convince a bus driver off duty (merely by standing there and being blonde) to pick us up. He honked at us and askew where we were going. We negotiated 5 CUC for both of us. Excellent.

Wifi cards

Calling my boyfriend had only been possible thanks to one of the many wifi cards offered in Cuba. In Havanna and other major cities you can buy scratch cards with a code provided by the phone companies. These cards are usually offered in little stores and at kiosks marked with a big ETACSA sign. Locals who can afford it as well as tourists line up for 30 to 60 minutes to get a card and thus an hour of internet access for 1.50 CUC.

In Varadero you can usually get these cards at the hotels’ front desks, thus circumventing the wait. If you are lucky you open the browser and are asked to enter the card’s number and code, which grants you temporary internet access. So don’t check or write anything unnecessary, and only sparingly load news sites with lots of pictures. For this reason I was pretty cut off from the world while in Cuba. Sometimes the connection breaks down or you are kicked out. Still a very useful tool for which I was very grateful, even though some websites and processes were unavailable, e.g., booking.com or Airbnb.

Not permitted or closed

Websites and online activities are not the only things that are not permitted. Some modern business ideas are, too. Once upon a time there was a kite surfing school in Varadero. Conditions are ideal, warm water, endless beaches with shallow slopes, lateral winds, start and landing zones for kiters galore. But the school was closed. Not permitted. Why? Even the locals do not know and just shake their heads.

One of the guys promised me to privately organize kite and board for me. But then one of his buddies informed me that he had spontaneously travelled to the US for work. Another guy knew someone who apparently taught kite surfing at the tip of the peninsula but I had to find a way to get there because the police would confiscate his equipment if he came my way. But he probably would not be able to provide rental equipment for me anyway, he would need if for his customers. I do wonder how that would even work, him teaching kite surfing despite it being forbidden, a kite in the sky is not easy to miss. So I did not kite and I probably would have been scared to be arrested if I had done it.

Taxi rip-off

Some cab drivers probably regularly risk being arrested. Of course there are official, licensed cabs, and then there are more unofficial or even illegal ones which are less expensive. The iconic Oldtimer cabs run as Collectivos between the larger cities and pick up 4 to 5, sometimes 6, people. Therefore, occasionally, someone in the back seat needs to hide from the police (this time it was me):
Depending on whether you find the Collectivos yourself of with the help of your host, you pay 25 to 30 CUC, with 5 to 10 CUC kept by the person who helped you. So Collectivos are cheaper if you can find them yourself but it is a lot easier if someone assists you. So if you don’t speak Spanish, or if you want to splurge, you ask your hotel or your host to order one for you.

My advice: Book a day in advance as finding a Collectivo on the same day can be hard, may take a long time, and might cost even more. The same applies to the affordable busses called “Viazul“. These are 10 to 15 CUC per trip and are often fully booked for days in advance (you can book tickets at the bus terminal (long queues!) and online, possibly with the help of a German friend if you cannot get it to work from Cuba.

Weirdos

The Collectivo trip from Havanna to Viñales was fun and quite comfortable, despite limited space war (25 CUC p. p.), the driver was nice, and we even stopped for a short break. However, why each passenger was charged 25 CUC even though the vehicle was completely full eludes me. There is no basic fee that can be split between however many passengers share the ride.

The drive from Viñales to Varadero (twice as long, also 25 CUC, proves that we paid too much for the first ride) was really weird. We were approached in the streets and asked where we wanted to go. The guy was wearing a fancy glitter base cap, mirrored sunglasses, stone-washed denims and a gold necklace. Given that we negotiated 20 CUC per person we agreed. He wrote down our hotel and on the next morning at 8.30am – just 15 minutes late – a van arrived. Our bags were thrown onto the roof, we picked up a few more people, everything was tied down, and off we drove. 2.5 hours to a relay station where everyone travelling to Varadero was told to get into a different Collectivo. The drivers, two young guys, were pretty dazed and rude. They cranked up the music, and with the wide-open windows any hope for a conversation died. Asked how long the drive would take, they merely gave an annoyed “Short.”.

When they attemped to drop us off at the very beginning of peninsula despite us having been told that we would be brought to our respective hotels, the tension was palpable. The other tourists were annoyed and even angry. I tried to negotiate, and the drivers offered to bring us to our hotels for an additional 10 CUC per stop. We compromised and agreed on two further stops, shared the costs, got out all pissed-off and I could not help giving the second driver a piece of my mind. Impolite, uncomfortable, therefore no tips. His reaction: “Who? Me?!“ And upon driving off he blew me a kiss. Thank you for that. First, rip her off, then hit on her.

Car rental

My advice: If you are travelling with two or more people, rent a car! This increases flexibility, spare you some organizational hassles and saves money. However, rental cars in Cuba are fairly pricy (approx. 400€ per week, depending on type of car and insurance), but at least you can visit smaller towns and villages that are guaranteed to be more attractive than the tourist meccas Trinidad and the like.

If you manage to avoid the main hubs for crooked deals and tourist masses, you will certainly find yourself in a very beautiful country, with friendly people. Notably, many Cubans, if they even have work, only earn 16 CUC per month. Many Cubans are helpful, fair, and friendly, but also careful and guarded because helping a stranger out by letting him stay the night or providing a warm meal in exchange for some extra cash is not permitted, and most Cubans would not normally dare to do it.

Security and queueing instead of salsa dancing

The picture many of us paint of Cuba, myself included, did not conform to reality: dancing, happy people everywhere, joking around with visitors, living a laid back life. To me, most Cubans seemed guarded and discontent, bored, distant. Some ease up once you talk to them. Others avoid conversations with foreigners, even if you are fluent in Spanish.

It comes to no surprise, given that people live in a socialist state that partially resembles a grey prison, albeit surrounded by palm trees and powder beaches. Just like in the GDR in the 1980s, there are booklets with food stamps to obtain food items for cheaper. With these, bread and rice, for instance, cost less than one cent in specific stores.

To get food stamps, Cubans wait in line for hours. They also do that at the widely popular ice cream parlor Coppelia, located in the heart of a popular park in Havanna. There is a security guard at all corners of the park who admits a handful of people now and then. People line up from two directions and wait patiently. Those who have been admitted to the park gather in the center and yet another security post until pushed forward, only to find that a) half of the tables are vacant, and b) the ice cream is not your summery dream. On the other hand, one scoop is only 1 CUP (= 0.04 CUC, approx. 3 cents).

All in tourism

If you like package tourism and want to spend a week in a star-class hotel with only pre-organized group trip, you can certainly meet happy hosts in the hotels, find good food and enough potable water, get a decent sunburn and find a piece of packaged paradise in Cuba. However, if you want to stick with the typical and affordable back-packer style trip, you’ll have a harder time. If you know what you are facing, if you are not travelling on a tight budget, if you don’t expect too much paradise, and if you have more time than just one week so that you can travel longer distances, you can find a colorful and excitingly different country – possibly realizing a few of the good things we you have at home.

My advice: Download and save the app maps.me before your trip so you can use maps with your GPS even when you are offline. Navigating the cities and streets will be so much easier!

I am happy to have experienced Cuba. Although it will not become my new favorite destination I would like to go there again, 20 years down the road to see how things have changed.  A little bit of modern spirit, democracy, and maybe even a couple of American cafes probably will not hurt Cuba’s charm too much, they might even bring about a little more vitality and joie de vivre, joy, and the sense of an open world beyond this secluded Caribbean island that, with Fidel’s brother Raúl, is still run by the Castro family.