Im Zweifel ein no go: Coffee to go

Liebe Menschen. Ich blogge eigentlich vor allem über Sport und Reisen, aber soeben ist meine neue Rubrik „Pappnase“ entstanden, denn ich bin wütend. Ich bin auf einer Reise und bin sehr wütend.

Ich musste für einen Tag von Köln nach Berlin und war erstaunt, verärgert und forsch: ich habe fremde Leute angesprochen und gefragt, warum sie keinen Thermobecher für ihren Coffee to go nutzen.

Fragende Blicke

Thermobecher? Wie? Wieso? Ach so. Und dann kommen die Ausreden: ich habe einen Thermobecher, aber den habe ich Zuhause vergessen. Ich wollte eigentlich gar keinen Kaffee trinken. Und: ist doch nur einer.

Geht´s noch?

Wir leben im 21.Jahrhundert. Wir sind informiert, interessiert und umweltbewusst. Angeblich. Aber bei einer Kleinigkeit wie einem Becher scheitern plötzlich alle guten Vorhaben. Gerade sitze ich im Zug von Berlin zurück nach Köln. Die Dame mit dem Kaffee-Tablett kam vorbei. Ich bat sie mir einen Kaffee in meine Keep Cup zu füllen. „Geht nicht“. Ich frage wieso.

Fadenscheinige Gründe

„Für Kaffee in Thermobechern gibt es Rabatt, aber nur im Speisewagen.“ Am Platz dürfe sie die 20 Cent nicht abrechnen. Ich gehe also etwas verzweifelt in den Speisewagen und zähle in drei Wagons 28 Pappbecher. 28! Es ist zehn Uhr morgens. Der Tag hat eben erst gewonnen. Und das Jahr hat 365 Tage. Ich versuche mir vorzustellen, wie groß dieser Müllberg von Wergwerfbechern ist. Aber das übersteigt leider meine Vorstellungskraft.

In einer Autobahnraststätte hieß es mal man dürfe den Thermobecher nicht über die Theke nehmen oder zumindest nicht unter den Kaffeevollautomaten stellen – aus hygienischen Gründen. Die gute Frau wollte dann in einem Pappbecher Kaffee machen, umfüllen und den Becher wegwerfen. Immerhin konnte ich sie überzeugen Porzelan zu benutzen. Und ja ich weiß, eine Spülmaschine verbraucht Wasser, das ist auch nicht toll. Aber irgendwo müssen wir ja anfangen.

Es ist nicht so schwer

Die Ausreden der Kaffeetrinker sind schier unendlich. Ich habe keinen Platz in der Tasche. Ich lasse den Becher bestimmt sonst irgendwo stehen. Leute, euer Handy findet auch immer Platz und ihr passt gut drauf auf. Vielleicht sollten Pappbecher ab sofort genauso wie Plastiktüten was kosten, am besten direkt einen Euro. Dann würden vielleicht wenigstens ein paar Menschen mal anfangen darüber nachzudenken. Sei keine Pappnase.

Helft mit!

Ab sofort möchte ich auf dieser Seite Gastbeiträge veröffentlichen, Fotos, Audios, Geschichten über nichtige Gründe, Bekennung, Bekehrung, Fakten über Produktion, Müll und alternative Möglichkeiten. Aber am wichtigsten ist: helft mit! Ja du ! Sei ein gutes Beispiel und schnapp sie dir, die To-Gos!

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